Ogham-Hölzer

Das keltische Baumorakel, das "Tree-Ogham" wurde von unseren keltischen Vorfahren besonders auch zur Rauhnachtszeit verwendet. Die Bedeutung und Symbolik wurde lange Zeit nur mündlich weitergegeben, schließlich aber u.a. im "Book of Ballymote" schriftlich festgehalten. Das "Ogham" wurde auch als Alphabet verwendet, und bestand aus zwanzig Zeichen, wobei jedes Zeichen auch für einen bestimmten Baum steht. Die Alphabetzeichen sind senkrechte Linien mit Querstrichen, die manchmal nur nach einer Seite, manchmal über beide Seiten der Grundlinie hinausgehen.

 

Herstellung

Um selbst ein Set herzustellen, muss man fleißig sammeln, und es ist nicht so einfach, alle 20 Hölzer zu finden. Aber gerade das mühsame Sammeln trägt sehr dazu bei, sich den einzelnen Bäumen wirklich anzunähern, ihre Wesensart und Botschaften aufzunehmen und zu verstehen.

 

Man nimmt dazu eher dünne Äste, die noch nicht vertrocknet sind. Die Hölzer sollten möglichst gerade gewachsen, etwa 1 cm im Durchmesser und etwa 8 - 10 cm lang sein. Da die Rinde sehr charakteristisch ist, sollte sie nach Möglichkeit am Holz bleiben. Die Stöckchen werden zunächst einige Tage sehr vorsichtig im Schatten getrocknet. Dann wird das eine Ende mit einem Messer angeschrägt und in diese Stelle ritzt oder zeichnet man später das Ogham-Zeichen. Während der Bearbeitung der Hölzer verbindet man sich bewusst mit dem Baum und versucht, alle Eindrücke und Erfahrungen, die man selbst mit diesem Baum gesammelt hat, aufleben zu lassen. Aufbewahren kann man die Ogham-Sticks zum Beispiel in einem Holzkästchen, Stoff- oder Lederbeutel.

 

Das Sammeln der 20 Hölzer

Die Druiden früher baten einen Baum oder Strauch um einen Zweig und respektierten, wenn sie nicht die Erlaubnis dazu bekamen. Es gehörte auch zur Achtung und Wertschätzung, dass man dem Baum anschließend eine Gabe hinterließ.

Am besten geht man in einen Mischwald und nimmt sich Zeit, sich den einzelnen Bäumen anzunähern. Zum Beispiel an den Stamm lehnen, den Baum umarmen, den Blick in seine Wurzeln, Rinde, Blätter oder Nadeln versenken. Seine Atmosphäre tief ins Herz hineinatmen und sich für diese Erfahrung eine ganze Weile Zeit geben. Man sollte die Bäume immer wieder aufsuchen, um in tieferen Kontakt zu kommen, zu den verschiedenen Jahreszeiten und zu unterschiedlichen Tages- oder auch Nachtzeiten bzw bei unterschiedlichem Wetter.

 

Die 20 Hölzer und ihre Bedeutung

Die Birke

steht für Frühling, Neuanfang, neue Gelegenheiten, für Reisen in der äußeren und inneren Welt. Sie rät, sich auf Veränderungen einzustellen, sich spirituell vorzubereiten, alte Denkweisen, Muster oder Hoffnungen hinter sich zu lassen und kündigt die Zeit an, sich bewusst von Einflüssen zu trennen, die nicht hilfreich sind und uns abhalten, uns weiterzuentwickeln.

 

Die Eberesche

nimmt schützend und unterstützend Einfluss, übersinnliche Fähigkeiten zu entwickeln, Botschaften zu empfangen und Omen zu lesen. Sie fördert unsere Wahrnehmungsfähigkeit und bietet Schutz vor Verzauberung, Unglück und Bösem.

 

Die Erle

besitzt schützende Qualitäten, die ein spiritueller Krieger braucht, um sich mutig in unbekanntes Terrain zu wagen. Die Kraft der Erle hilft, sich Herausforderungen und neuen Situationen zu stellen und lehrt uns, wann es Zeit ist, mutig voranzugehen und wann es Zeit ist, zur Ruhe zu kommen.

 

Die Weide

verbindet uns mit unseren tieferen Emotionen, verletzten Gefühlen, unserem Schmerz, mit Einsamkeit und Trauer. Sie möchte uns Mut machen, unsere Gefühle auszudrücken und frei fließen zu lassen, und inspiriert uns zu Träumen und Visionen.

 

Die Esche

streckt ihre Krone weit in den Himmel, ihre Wurzeln tief in die Erde. Sie vereint Sonne und Licht - die Kräfte des Himmels - mit dem Wasser der Erde. Sie steht für schöpferische Kraft, für Wiedergeburt und miteinander verwobene Kreisläufe des Lebens. 

 

Der Weißdorn

einer der heiligsten Bäume der Kelten, war der großen Weißen Göttin Dana geweiht, der Braut des Sonnengottes Bel. Weißdorn unterstützt und stärkt das Herz, befreit uns von Kummer und Gram, schützt unser Herz vor böser Absicht und öffnet es. Er hilft uns zu verzeihen und lädt uns ein, durch die Liebe spirituell zu wachsen.

 

Die Eiche

weist uns den Weg zu innerer Stärke, zu Wahrheit, Mut, Ausdauer und Selbstbestimmung. Sie öffnet das Tor zu neuer Erkenntnis, stärkt unseren Willen und vertieft unser Vertrauen.

 

Die immergrüne Stechpalme

ist ein Symbol für machtvolle Lebenskraft. Sie hilft uns, beide Seiten eines Problems zu sehen, eine ausgewogene Lösung zu finden und eine neue Richtung im Leben einzuschlagen. Sie fördert unsere Bereitschaft zu bedingungsloser Liebe und unterstützt unsere Fähigkeit, in innerer Harmonie und Balance zu leben. Sie kann uns Mitgefühl und Verständnis lehren.

 

Der Haselstrauch

verheißt Träume und Visionen, verbindet uns mit innerem Wissen und fördert intuitives Verständnis. Er hilft, Ideen, Träume und Visionen zu verwirklichen und verbindet uns mit der göttlichen Quelle.

 

Der Apfelbaum

steht für überschwängliche und offenherzige Großzügigkeit, Fülle und Dankbarkeit. Er zeigt uns, dass wir alles geben können, ohne etwas zu verlieren. 

 

Die Weinrebe

windet sich von Baum zu Baum, nutzt dabei Instinkt und Intuition und zeigt sich äußerst zielgerichtet. Sie verbindet Ausdruck und Wesensart Einzelner zu einem großen Ganzen, schadet dabei aber den Bäumen nicht, greift nicht in deren Leben ein, sondern lässt sie ihrer eigenen Bestimmung folgen. 

 

Der Efeu

als immergrüne Pflanze von zäher Lebenskraft überdauert Sommerhitze ebenso wie Eis und Schnee und klettert zielstrebig und unbeirrt der Sonne entgegen. Er zeigt uns so das Verlangen der Seele auf der Suche nach Licht.

 

Der Besenginster

mit seinen goldgelben Blüten war einst dem keltischen Sonnengott Bel geweiht. Er reinigt auf allen Ebenen, innerlich und äußerlich. Er erinnert daran, alles was nicht mehr relevant ist, wegzugeben.

 

Die Schlehe

galt als Feenbusch oder auch Hexenstrauch. Seine Dornen dienten dem Schadens- und Abwehrzauber, und seine dornigen Zweige über Fenstern und Türen sollten Hexen und Druden Fernhalten. Sie fordert uns heraus, immer das ganze Bild zu betrachten, nicht nur den Teil, der uns besser gefällt. Denn sie zeigt uns ihre liebliche, zarte Seite mit weißen Blüten im Frühling, aber auch ihr düsteres, furchterregendes und unheimliches Wesen.

 

Der Holunder

heiliger Busch der Frau Holle, der Herrscherin über Leben und Tod, nimmt eine besondere Stellung ein. Er steht für Transformation, Erneuerung und Regeneration, für den Zyklus des Lebens, das mit dem Tod endet, sich aber immer wieder in einem neuen Zyklus fortsetzt. Er steht an der Schwelle zwischen Diesseits und Jenseits und lässt uns wissen, dass beide nicht wirklich weit voneinander entfernt sind.

 

Die Tanne

überblickt große Entfernungen und steht daher für Weitsicht und Objektivität. Sie hilft uns, unsere innere und äußere Wahrnehmung zu schärfen und den Blickwinkel anderer zu verstehen.

 

Der Stechginster

steht als üppige Bienenweide für den Lohn, der für unermüdliche Arbeit gewährt wird. In keltischen Legenden ist Honig ein Symbol für Weisheit, die wir letztlich erlangen, wenn wir unserem spirituellen Weg achtsam und unermüdlich folgen. Honig ist der süße Lohn der Ernte, der süße Lohn für Fleiß und Unbeirrtheit. Der Ginster ermutigt uns, niemals Glauben und Hoffnung zu verlieren und unsere Ziele stets vertrauensvoll im Auge zu behalten.

 

Das Heidekraut

überträgt Ruhe und Leichtigkeit, fördert Sensibilität und Empathie. Es hat eine nährende Qualität und schenkt uns inneren Frieden und ein Gefühl glücklicher Zufriedenheit.

 

Die Espe

zittert und flüstert im Wind und möchte uns erinnern, auf die leisen Stimmen zu hören, die Botschaften für uns bereithalten: auf die Stimmen der Natur, unseres Herzens, unserer Seele. Auf die Stimme jenseits unserer Ängste und Zweifel. Sie zeigt uns, dass es keine Schwäche ist, empfindsam zu sein.

 

Die Eibe

repräsentierte die Wintersonnenwende im Jahreslauf. Sie galt als Symbol für Tod und Wiedergeburt und stand - wie der Hollerbusch - am Tor zur Anderswelt, an der Schwelle zur Ewigkeit. Sie lässt uns wissen, dass jenseits der dunklen Schwelle des Todes bereits das strahlende Licht auf uns wartet.

 

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