Krankenhaus vs Hausgeburt

Mutter_Birgit schreibt:

 

Meine drei Kinder sind allesamt im Krankenhaus geboren worden. Und das nicht mal ambulant, ich bin immer alle drei Tage dort geblieben. Bei der ersten Geburt hätte ich mich gar nicht anders getraut, bei den anderen beiden war wohl auch sowas wie Bequemlichkeit dabei. Einerseits dachte ich, ich könnte mich besser erholen, weil eben die Kleinen nicht rund um die Uhr dabei sind, andererseits war es auch angenehm, rund um die Uhr "Fachleute" zur Verfügung zu haben, die man mal schnell um Hilfe bitten kann, wenn das Baby die halbe Nacht wegen Blähungen schreit. Auch die ganzen Erstuntersuchungen werden gleich so nebenbei gemacht, ohne dass man lange das Bett verlassen muss.

 

Ein Vortrag von einer ganzheitlich denkenden Hebamme und natürlich viele eigene Überlegungen haben mich diesmal jedoch dazu bewogen, eine Hausgeburt in Betracht zu ziehen. Erstens bin ich mir nicht so sicher, ob die Erholung im Spital tatsächlich so toll ist - in einem vollbelegten Fünfbettzimmer, so wie ich das jedes Mal erlebt habe, mit Licht und mindestens einem schreienden Baby jede Nacht, vielen Menschen, die täglich aus- und eingehen und manchmal auch anstrengenden Bettnachbarinnen. Zweitens weiß ich auch nicht, ob diese sogenannten wichtigen Erstuntersuchungen alle unbedingt notwendig und aussagekräftig sind.

 

Und drittens, was natürlich noch viel ausschlaggebender ist: Wie erlebt das Baby eigentlich die Geburt im Krankenhaus???

Ist so ein hellerleuchteter, steriler Kreißsaal wirklich eine angenehme Umgebung, wenn man grade aus der Dunkelheit und Wärme des Bauches hinausflutscht? Und WIE flutscht man? Oder WIRD man geflutscht??? Im Nachhinein wurde mir klar, dass - obwohl bei mir eigentlich immer alles natürlich verlief oder verlaufen hätte können, doch immer mit irgendwelche Mitteln nachgeholfen wurde. Weil "draußen schon die nächste wartet" wurden die Wehen beschleunigt, weil ich zwischen den Wehen zu entspannt war, wurde ebenfalls beschleunigt, und weil man nicht bis Mitternacht warten wollte, wurde die dritte Geburt eingeleitet. Mit einem Magenschoner, weil der wehenauslösend ist. Der Arzt (!) versicherte mir, er habe das Mittel schon selbst ausprobiert, toll!!!

 

Nicht zuletzt: Wie habe ICH die Geburten erlebt? Klar, nach drei Kindern im Abstand von jeweils etwa 2 Jahren kennt man schon das Personal, die Umgebung und fühlt sich irgendwie eh auch "aufgehoben" dort. Trotzdem wusste ich ja nie, welche Hebamme mich begleiten würde und wie, und welche Leute sonst noch in den Kreißsaal laufen. Das Entspannen hat bei der ersten Geburt gar nicht funktioniert, bei den anderen beiden halbwegs - da hatte ich mich davor mit "hypnomentaler Geburtsvorbereitung" beschäftigt. Aber bin ich auch geistig wirklich bei meinem Baby oder viel mehr im Außen, bei den ungewohnten Geräuschen und Menschen?!

 

Und wie werde ich die Geburt daheim in den vier Wänden erleben, wo die Wehen beginnen und ich einfach "weitermachen" kann, ohne überlegen zu müssen, ob ich noch eine beschwerliche Fahrt ins Krankenhaus vor mir habe?! Wo ich eine vertraute Umgebung habe, in der ich mich entspannen kann, mit vertrauten Geräuschen und Gerüchen, und ganz allein nur mit meinem Mann und der Hebamme?! Im Idealfall... ich hätte schon vor, dass die Geschwister inzwischen bei Oma und Opa sind, weil ich mich sonst zu abgelenkt fühlen würde und ich mir nicht sicher bin, ob so ein Geburtserlebnis in so jungen Jahren nicht auch traumatisch erlebt werden könnte...

 

Wie - und wann - ich die Hausgeburt tatsächlich erleben werde, das werde ich euch gern berichten! Mutter-Barbara hat da schon sehr schöne Erfahrungen gemacht und mir auch die Hebamme Patricia Schmidmeier weiterempfohlen. Vielleicht magst du ja auch davon berichten, liebe Barbara?!


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