Mein armes Mäuschen

Mutter Birgit schreibt:

 

Gestern große Verzweiflung: Mia, meine bald 4-jährige Tochter hatte seit der Nacht von Freitag auf Samstag arges Erbrechen und Durchfall, hat anfangs noch getrunken, aber am Sonntag dann alles verweigert, was ich ihr zum Mund geführt habe. Nach einem langen Mittagsschlaf war sie dann auf einmal kaum noch ansprechbar. Sie verdrehte die Augen, gab eigenartige Dinge von sich - also fantasierte oder halluzinierte offensichtlich - und hing schlapp im Bett herum. Sie hatte hohes Fieber, und ich war mit ihr und meinem Kleinsten, dem bald 2-jährigen Clemens allein daheim, der ebenfalls Durchfall und Erbrechen hatte, aber lange nicht so stark wie sie.

 

Ich hatte große Panik, sie würde mir vollkommen "wegkippen". Zum Glück waren helfende Hände zur Stelle: ein Dank an den lieben Winnie, unseren Freund und praktischen Arzt in Pernitz sowie an meine liebe Freundin Petra! Über Nacht hat sie sich soweit erholt, dass sie in der Früh wieder vollkommen ansprechbar war und wieder getrunken und sogar ein bisschen gegessen hat! Jetzt hoffe ich einfach, dass sie sich rasch erholt und bald wieder der Schalk aus ihrem Gesicht sieht - so wie auf diesem Bild von unserem letzten Urlaub!

 

Wie mein kleines Mäuschen da so schlaff in meinen Armen gelegen ist, da wurde mir nicht bloß bewusst, wie zerbrechlich der Mensch eigentlich ist, sondern auch, wieviel Liebe für diesen kleinen, besonderen Menschen da ist. Wie sehr ich um sie besorgt bin, auch wenn das im Alltag oft überdeckt ist. Als ich sie so reglos liegen sah, da wünschte ich mir nichts anderes herbei als ihr ohrenbetäubendes Kreischen, ihre Lebendigkeit, ihre Geschichten, ihr Lachen, ihre kindliche Freude. Manches, was ich oft kritisiere, wie etwa dass sie so laut wäre, so schrill, so jammernd... das fehlte mir plötzlich.

 

Und ich musste an ein interessantes Interview von Robert Betz und der Geistigen Welt denken, was so die Hauptqualität des Monats Juni ist. Es ist die LIEBE! Oh ja, da ist sie plötzlich wieder - tief und bewegend... Und ich merke, wie sehr sie mir gefehlt hat. Wie sehr ich im Außen war, beschäftigt mit diesem und jenem, ohne mich selbst mehr gut zu spüren und ohne meine Mitmenschen mehr wirklich wahrzunehmen. Ohne die Liebe zu mir selbst und zu anderen noch wirklich wahrnehmen zu können. Nun stehen uns einige Tage Urlaub bevor, und ich will die Zeit nutzen, wieder ganz bei mir "anzukommen" und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren... die LIEBE!!!

 

 


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Kommentare: 3
  • #1

    Mutter Barbara (Dienstag, 07 Juni 2016 23:20)

    Jaaaa - Birgit wir wahren im selben Feld unterwegs - es war wirklich voller Liebe - mein Wochenende mit den Aufstellungen war auf die selbe Art und Weise mit sooo viel Liebe erfüllt ! So schön wieder geschrieben !

  • #2

    Suna (Montag, 13 Juni 2016 08:24)

    Ja, manchmal brauchen wir diese heftigen Situationen, um wieder erkennen zu können, was uns wirklich wichtig ist. Flashig das zu erkennen. ....... Aber wenn wir daraus lernen, war´s nicht umsonst.

  • #3

    Tamara (Mittwoch, 29 November 2017)

    Habe erst jetzt gelesen... Aber anscheinend genau zur richtigen Zeit... Mir gehts momentan oft so, dass einfach alles zuviel ist und Denali so quirrlig oder quenglig ist, dass ich am liebsten die Wand rauf und runter gleichzeitig laufen würd, ...und man sich in diesen Phasen einfach oft nur Ruhe und eine Auszeit wünscht... Wenn es wieder mal ein anstrengender Tag war und einem eigentlich nur aufgefallen ist wie nervenaufreibenden eigentlich alles war... Denkt man nicht daran, dass es gar nicht so selbstverständlich ist, .... Erst wenn der Mini dann schläft und ich mir sein friedliches zartes Gesicht anseh, frag ich mich... Was eigentlich so schlimm war, weshalb ich die Zeit mit diesem kleinen Wunderwesen nicht einfach genießen konnte ...oder wenn ihm die Zähne wieder wehtun und er mit ganz roten heißen Bäckchen herumläuft... Wird mir klar, dass seine aufgeweckte Art, sein Drang überall raufklettern und dabei sein zu wollen, das niemals endenwollende MAMA... Gleichzusetzen ist mit seiner Gesundheit und dass die das kostbarste und mit keinem Geld der Welt zu bezahlen ist!!! Im Alltag wenn man in seinem Kopf ist, vergisst man so oft zu fühlen,...einfach nur mit seinem Kind zu sein... Die Momente wo mir alles zuviel wird und mir plötzlich klar wird, dass ich zwar gekocht, Wäsche gewaschen, zusammengeräumt, ihn gebadet, angezogen, 10x Windeln gewechselt und nochmal zusammengeräumt hab.... Jedoch nicht MIT IHM war... Da triffts mich immer wie der Blitz und ich seh in seine Augen und in meine steigen Tränen... Und ich realisier...all das womit wir uns den ganzen Tag abstressen, auch wenn es gemacht gehört, ist in Wahrheit nicht das was unsere Kinder von uns brauchen... Die Momente in denen ich einfach nur herzlich mit ihm lach... Tanz... Sing... Oder spiel sodass er sich vor lachen nicht mehr einkriegt... Oder ihm einfach nurnin die Augen schau... Mit ihm am Boden liegt und in den Himmel schau.... Das sind die Momente die wirklich zählen... . Den das sind die Momente in denen man gelebt hat...gemeinsam mit seinem Kind... Die Momente die man in seiner Seele trägt bis in alle Ewigkeit und die einem niemals jemand wegnehmen kann.... Das sind die Augenblicke wo man sein Kind wirklich sieht für das einzigartige grenzenlose Wesen das es in Wirklichkeit ist... Und oft blutet mir das Herz wenn ich bemerke wie sehr ich in meiner "ich muss noch...." Mutterrolle bin... Anstatt einfach mal zu sein!! Und oft hab ich das Gefühl.... In diesen Momenten... Wo ich ihn für das wahrnehmen das er ist... Nicht nur ein Kind, sondern ein göttliches Wesen.... Tut er das auch... Er blickt mir dann in die Augen wie ein uralter Freund aus einem anderen Leben, der sagen möchte " ich sehe dich! in all deiner Schönheit, ich kenne dein Herz, danke dass du mich auch siehst!!!!".