Warum bin ich mutter geworden???

Birgit schreibt...

Warum bin ich Mutter geworden???

Ich kann mich gut erinnern, dass ich mit Anfang 20 immer gesagt habe, ich werde nie Kinder haben. Ich fühlte mich einfach nicht reif dafür und hatte den Eindruck, das würde sich nie ändern. Nun, wenn ich mich oft so ansehe, denke ich jetzt noch, dass ich überhaupt nicht reif dafür bin ;-) Und dennoch BIN ich Mutter und lerne jeden Tag dazu!

 

Mein Mann Bernd und ich sind noch nicht lange verheiratet - seit 2011 - aber dafür schon etliche Jahre zusammen, nämlich seit 1998. Nach 10 Jahren Beziehung, die uns bereits durch viele Höhen und Tiefen geführt hatte, war irgendwie der "Ofen aus", wie man so schön sagt. Es gab keine Perspektiven, keine grossen Ziele oder gemeinsamen Träume, denen wir nachgegangen wären. Und schon gar nicht wollten wir über Kinder nachdenken. Aus irgendeinem Grund schoben wir dieses Thema immer vor uns her...

 

Unterhaltung zu Beginn unserer Beziehung: Bernd: Mit 30 möchte ich gern Vater sein. Birgit entsetzt: So bald schon???

rund um Bernds 30. Geburtstag: Birgit: Na, wie schauts jetzt aus mit Kindern - du wolltest doch mit 30 Vater sein?! Bernd: Ich wusste ja nicht, dass der 30er so schnell kommt... 35 reicht auch!!! (er war 36 als er Vater wurde :-))

 

...Wir stritten uns damals kaum, hingegen war es fast ZU harmonisch. Das Leben - die Beziehung - plätscherte so dahin. Wir brauchten dringend mal Abstand voneinander. da wir dies aber nicht bewusst beschlossen haben, ist eben von aussen eine Trennung herbeigeführt worden, die momentan endgültig wirkte. Im Endeffekt waren es etwa 3-4 Monate, die wir getrennt waren und die uns sehr gut getan haben. Und gerade in dieser Phase habe ich zum ersten Mal erkannt, dass ich mich nun reif genug fühlen würde, endlich Mutter zu werden. Auch war da die Zuversicht, dass Bernd wieder zu mir zurückkommen würde - und so war es!

 

Es war nicht sofort wieder alles happy, wir haben uns langsam angenähert und versucht, die alten Muster nicht sofort wieder zu leben, was sehr schwer war - und ist, und auch nicht immer gelingt. Was ich jedoch sofort verkündete war, dass ich keine hormonelle Verhütung mehr nehmen wollte, und dass wir es eben "drauf ankommen lassen" sollten. Wir redeten also kurz mal drüber, dass wir offen für ein Kind wären, wenn es denn passieren sollte, aber wir wollten es auf keinen Fall "planen".

 

... ehrlich gesagt verstehe ich diesen Ausdruck gar nicht... "planen"... Wie kann man planen, dass ein neuer Mensch in sein Leben tritt??? Wie kann man die Sexualität einzig diesem Wunsch unterordnen???  Aus welchen Gründen wünscht man sich überhaupt ein Kind? Um es zu "haben"??? Wie man auch ein Haustier "hat" (und ein Auto und ein Haus)? Oder dass man im Alter weniger einsam ist und jemand einen pflegen kann??? Entschuldige, wenn ich hier sehr provokativ bin, aber irgendwie sollte man sich meiner Meinung nach die Gründe für einen Kinderwunsch durchaus vorher anschauen...

 

Bei mir war es damals eher so, dass ich nicht den Wunsch verspürte, ein Kind zu haben, als vielmehr mich nicht mehr für ein Kind oder besser vor einem Kind zu VERSCHLIESSEN. Dass ich mich endlich öffnen konnte dafür, Mutter zu werden - und zwar mit ganzem Herzen. UND mit Bernd... Und wie die Geschichte weiterging, erfährst du das nächste Mal!

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